Positive Studienergebnisse zur Behandlung von Lungenhochdruck
Die ersten Ergebnisse der Phase-II-Studie mit dem als Tablette einzunehmenden Wirkstoff Riociguat bei Lungenhochdruck (pulmonaler Hypertonie) in Verbindung mit einer Lungenerkrankung (PH-ILD) konnten erfolgreich abgeschlossen werden. PH-ILD ist eine besondere Ausprägung der pulmonalen Hypertonie, für die es derzeit keine zugelassene medikamentöse Behandlung gibt. Die primären Studienziele, die Sicherheit und Verträglichkeit von Riociguat bei Patienten zu zeigen, wurden erreicht. Die Studie zeigte auch eine Verminderung des Lungengefäßwiderstands sowie eine deutliche Verbesserung des Herzzeitvolumens und eine leichte Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Riociguat ist der erste Wirkstoff einer neuartigen Substanzklasse, den Stimulatoren des Enzyms lösliche Guanylatcyclase (SGC). Bayer untersucht diesen Wirkstoff als neuen Ansatz zur Behandlung verschiedener Formen des Lungenhochdrucks. Nach der Klassifikation der WHO unterscheidet man fünf verschiedene Gruppen der pulmonalen Hypertonie.
Bayer-Team gewinnt den Deutschen Zukunftspreis
Der Deutsche Zukunftspreis 2009 des Bundespräsidenten ging an ein Forscher- und Entwicklerteam von Bayer: Dr. Frank Misselwitz, Dr. Elisabeth Perzborn und Dr. Dagmar Kubitza nahmen in Berlin den Preis für Technik und Innovation aus den Händen des Bundespräsidenten Horst Köhler entgegen. Die Bayer-Wissenschaftler aus Wuppertal erhielten die hohe Auszeichnung für die Entwicklung des neuen Blut-Gerinnungshemmers Rivaroxaban (Markenname Xarelto®). Thromboembolische Erkrankungen betreffen Jahr für Jahr Millionen von Menschen - oftmals mit tödlichem Ausgang. In der westlichen Welt sterben mehr als doppelt so viele Menschen an Thrombosen als an Brustkrebs, Prostatakrebs, HIV/AIDS und Verkehrsunfällen zusammen.
Rivaroxaban zeichnet sich durch einen neuartigen Wirkmechanismus aus: Der Wirkstoff greift selektiv in den Prozess der Blutgerinnung ein und hemmt in der körpereigenen Blutgerinnungskaskade die Aktivität des Enzyms Faktor xa, das zur Entstehung von Thrombosen beiträgt. Gegenüber den bisherigen Standardtherapien bietet die Neuentwicklung wesentliche Vorteile für Patienten und Ärzte: Rivaroxaban hat sich in Studien bei der Verhinderung von venösen Thromboembolien nach elektiven Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen bei erwachsenen Patienten als besonders effektiv gezeigt. Zudem wird Rivaroxaban als Tablette verabreicht - es muss keine Spritze gegeben werden wie bei derzeitigen Standardtherapien üblich.
Zukunftsprojekt zum Schutz des Klimas
Gemeinsam mit SBM Offshore plant Bayer MaterialScience ein besonders innovatives Projekt zum Klimaschutz: Die Unternehmen wollen einen flexiblen Wellenenergiekonverter zum Einsatz im Atlantik entwickeln. Mit dieser Technologie sollen künftig die bisher ungenutzten Ressourcen der Meere zur umweltfreundlichen Energiegewinnung erschlossen werden. Das World Energy Council schätzt, dass die globalen Wellenenergieressourcen rund doppelt so groß sind wie die Gesamtmenge an elektrischem Strom, die derzeit überall auf der Welt erzeugt wird. Die neue Technologie wird besonders für Stromerzeuger von Interesse sein, um ihr Portfolio an erneuerbaren Energiequellen zu erweitern. 2015 ist der Bau eines Kraftwerks im offenen Meer geplant.
Hochwertiges Obst und Gemüse
Im Rahmen der „Food-Chain-Partnership"-Projekte hat Bayer CropScience mit der niederländischen The Greenery B.V. eine Vereinbarung zur weltweiten Zusammenarbeit geschlossen. Das weltweit führende Handelsunternehmen ist auf den Vertrieb von Gemüse, Obst und Pilzen spezialisiert und arbeitet mit Bayer CropScience bereits in über 30 Projekten in Mittel- und Südamerika sowie Europa, Afrika und Asien zusammen. Eine Zusammenarbeit, die für Verbraucher und Erzeuger gleichermaßen Vorteile hat: Den Konsumenten stehen das ganze Jahr über qualitativ hochwertige Produkte für eine gesunde Ernährung zur Verfügung, während die Erzeuger bei der Umsetzung optimierter Pflanzenschutz-Programme von Bayer CropScience unterstützt und beraten werden (siehe auch hier).
Sicherheit durch Nanotechnologie
Bayer MaterialScience erhielt im September 2009 von der US-Umweltschutzbehörde (EPA) die Zulassung, seine mehrwandigen Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT) Baytubes® in den USA zu vermarkten. Die Zugabe von Baytubes® verbessert die mechanische Stabilität und die antistatischen Eigenschaften von Polymeren. Zu den Anwendungsgebieten gehören z. B. Rotorblätter von Windkraftanlagen und Sportartikel wie Skier.
CNT können auch für eine innovative Sicherheitstechnologie eingesetzt werden, die das Risiko von Explosionen in Treibstofftanks deutlich reduziert. Bayer MaterialScience hat dazu mit der Hirtenberger PROSAFE Safety Technology GmbH (HPST), Hirtenberg, Österreich, einen exklusiven Kooperations- und Liefervertrag für Baytubes® geschlossen. HPST wird das Produkt von Bayer MaterialScience für die Herstellung von neu entwickelten Spezialkugeln verwenden, die explosionsfähige Gasgemische in Treibstofftanks verhindern.
Bild vergrößernKrebsmedikament Nexavar entwickelt mit dem Deutsch-Amerikanischen Entwicklungsteam von BHC und Onyx Pharmaceuticals. Die Forscher stehen vor einer überdimensionalen Pro jektion, die den Einfluss des Wirkstoffs Sorafenib auf menschliche Zellen darstellt.
Fortschritte mit Nexavar in neuen Indikationen
Bayer HealthCare und Onyx Pharmaceuticals haben eine Phase-III-Studie mit Nexavar® bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenzierten Schilddüsenkrebs begonnen. In die Studie aufgenommen werden Patienten mit Schilddrüsenkrebs, die auf eine Radioiod-Behandlung nicht mehr ansprechen.
Auch im Rahmen der Brustkrebs-Therapie erzielte das Medikament positive Effekte: Eine Nexavar®-Kombinationstherapie mit dem oralen Chemotherapeutikum Capecitabin hat in einer unabhängigen Phase-II-Studie eine Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit von 74 Prozent ergeben. Für eine weitere Phase-II-Studie mit Nexavar® und Paclitaxel zeigte sich in Kombination ein positiver Trend. Weitere Analysen sind notwendig.
Das Medikament ist bereits in mehr als 90 Ländern zur Behandlung von Leberkrebs und für die Nierenkrebs-Therapie zugelassen. Zusätzlich wird das Produkt in verschiedenen Versuchsreihen durch Bayer und Onyx, behördliche Institutionen, onkologische Arbeitsgruppen und Wissenschaftler als Mono- und Kombinationstherapie bei vielen Krebsarten untersucht.
Bayer verstärkt Nachhaltigkeits-Engagement
Bayer setzt noch mehr auf Nachhaltigkeit. Dazu hat der Konzern ein umfassendes Programm mit acht sogenannten Leuchtturm-Projekten in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Klimaschutz gestartet. Ziel ist es, die Produkte des Unternehmens sowie das Know-how der Mitarbeiter in die internationalen Projekte einzubringen, um überall auf der Welt eine nachhaltige Entwicklung weiter zu forcieren. Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning und Bayer-Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Plischke präsentierten das Nachhaltigkeitsprogramm auf einer Pressekonferenz im November 2009 vor rund 120 Journalisten aus 35 Ländern in Leverkusen.
Im Mittelpunkt des neuen Nachhaltigkeitsprogramms stehen die Leuchtturm-Projekte, von denen weltweit mehr als 15 Millionen Menschen direkt profitieren. Zudem will der Konzern die Energieeffizienz in der Produktion bis 2013 um zehn Prozent gegenüber 2008 steigern. Das entspricht einer Einsparung bei den jährlichen Treibhausgas-Emissionen von 350.000 Tonnen. Zudem sollen durch eine neue Technologie zur Chlorproduktion die Treibhausgas-Emissionen um weitere 250.000 Tonnen bis 2020 gesenkt werden. Nachhaltigkeit steht im Zentrum der Geschäftstätigkeit von Bayer. Wenning: „Sie ist für uns fester Bestandteil einer auf hochwertige Lösungen und langfristigen Erfolg ausgerichteten Unternehmenspolitik." Mehr zum neuen Nachhaltigkeitsprogramm lesen Sie hier, sowie in den Kapiteln über die Schwerpunktthemen Gesundheit, Ernährung und Klima.
Bild vergrößernAuf der Medtec Messe vom 23. bis 25. März 2010 in Stuttgart stellt Bayer MaterialScience das neue Baymedix™ Portfolio vor, das ein weites Spektrum von Beschichtungsprodukten umfasst, darunter auch innovative Gleitbeschichtungen sowie Wirkstoff-freisetzende Beschichtungen.
Investition in den Wachstumsmarkt Medizintechnik
Bayer MaterialScience (BMS) liefert einen Beitrag zur Unterstützung des wachsenden Bedarfs nach innovativer Medizintechnologie und erweitert seine Aktivitäten. Hierzu hat BMS einen Vertrag zum Erwerb der britischen PolyBioMed Limited abgeschlossen. Ziel ist es, mit innovativen Materialien die Auslegung, Herstellung und Anwendung medizintechnischer Produkte zu verbessern. Dazu wird BMS polyurethan-basierte, hydrophile Beschichtungen aus seinem Portfolio für medizintechnische Produkte mit den Technologien von PolyBioMed weiterentwickeln.
PolyBioMed, eine Tochtergesellschaft der Lombard Medical Technologies PLC, ist auf polymere Beschichtungen, Oberflächenbehandlungen und Biomaterialien für die Medizintechnikbranche spezialisiert. Durch den Erwerb des Unternehmens erhält BMS Zugang zu Anwendungsgebieten wie medikamentenbeschichteten Stents sowie Kathetersystemen für die interventionelle Kardiologie, Urologie und Neurologie.
Wissenschaft hautnah erleben
Das neue Schülerlabor in Leverkusen - das Baylab BayKomm - ist seit Anfang 2010 geöffnet. Es soll insbesondere Kinder und Jugendliche für die Welt der Naturwissenschaften begeistern. Die jungen Besucher werden für einen Tag in drei altersspezifisch konzipierten Projekten selbst zu Forschern. Das neue, inzwischen vierte Baylab des Unternehmens zeigt, wie ernst der Konzern die Unterstützung der naturwissenschaftlichen Bildung nimmt. Über die „Bayer Science & Education Foundation" unterstützt das Unternehmen darüber hinaus intensiv Schulen, Bildungseinrichtungen und Wissenschaft mit rund einer Million Euro jährlich. Zudem ist Bayer Patenunternehmen von „Jugend forscht" sowie der Chemie- und Biologie-Olympiade.
Strategischer Schritt für moderne Pflanzenzüchtung
Bayer CropScience hat im November 2009 die Akquisition der Athenix Corporation, eines Biotech-Unternehmens mit Sitz in Research Triangle Park im amerikanischen Bundesstaat North Carolina abgeschlossen. Athenix verfügt neben der branchenweit größten Genbank von Bacillus-thuringiensis-(Bt)-Genen über eine umfangreiche Entwicklungsplattform von Pflanzeneigenschaften (Traits) in den Bereichen Herbizidtoleranz und Insektenresistenz. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen auf dem Gebiet der Resistenz gegen Fadenwürmer (Nematoden), für deren Kontrolle es zurzeit nur eingeschränkte chemische Möglichkeiten gibt. Auch verfügt Athenix über einen großen Bestand an Mikroben, die für die weitere Entwicklung von Pflanzeneigenschaften bedeutsam sein können.
Nachhaltigkeit auch im Wachstumsmarkt China von großer Bedeutung
Bayer setzte sich auch in seinem Wachstumsmarkt China für Nachhaltigkeit ein. Das verdeutlichen die in 2009 gestarteten Initiativen: Gemeinsam mit der Tongji-Universität in Schanghai und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat der Konzern das erste Nachhaltigkeits-Forum veranstaltet. Mehr als 200 Wissenschaftler und Studenten sowie Vertreter aus Regierung und Wirtschaft verfolgten das Forum, das dem politischen und fachlichen Austausch auf regionaler und internationaler Ebene diente. Bayer will China in seinem Bestreben unterstützen, neue Wege für Klimaschutz und Energieeffizienz zu gehen.
Die Landesgesellschaft Bayer China erhielt für seine Anstrengungen im Klimaschutz Anfang 2010 den „China Environmental Excellence Prize" in der Kategorie „Best Corporate Performance on Environmental Protection". Die auf den Industriesektor ausgerichtete Kategorie gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen zum Umweltschutz, die in der Volksrepublik vergeben wird. Bislang haben erst zwei Firmen mit Stammsitz außerhalb Chinas den Preis erhalten.
Forschungskooperation im Getreideanbau
Die Auswirkungen neuer Getreidesorten auf das Ökosystem und die Ernährungssicherheit sind die Schwerpunkte der Forschungskooperation, die Bayer CropScience mit Australiens führender Forschungsorganisation, Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO), geschlossen hat.
Innovative Kulturpflanzen können bei geringerem Wasser- und Energieeinsatz höhere Erträge liefern. Um diese Vorteile abschätzen zu können, soll eine Methodik entwickelt werden, die die Auswirkungen auf die Umwelt bewertet - einschließlich des Einflusses auf den sogenannten Carbon Footprint, der Energiebilanz der Getreideproduktion.
Das neue - auf zwei Jahre angelegte Projekt - baut auf der schon seit 1998 bestehenden Zusammenarbeit beider Organisationen auf.
Bild vergrößernAn der Uniklinik Leipzig bereiten Dr. Bernd Habermann und Annett Gergaut-Friedrich (v. li.) die Herstellung von Florbetaben in sogenannten - hot cells - vor. Im Innern der Geräte wird die Radiosynthese dieser Substanz vorgenommen, mit der Ärzte mögliche Auslöser für Alzheimer im Gehirn von Patienten nachweisen können.
Bessere Diagnose bei Alzheimer
Im November 2009 hat Bayer Schering Pharma den Start einer Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Florbetaben zum Nachweis von Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) bekannt gegeben. Die Ablagerungen gelten als pathologisches Merkmal der Alzheimer-Erkrankung und stehen im Fokus der Entwicklung neuer therapeutischer Behandlungen. Florbetaben könnte möglicherweise die Entwicklung dieser neuen Behandlungsansätze unterstützen. Bayer erwartet im Jahr 2011 Studienergebnisse, die für die Beantragung der Zulassung relevant sind.
Neue Hoffnung bei Knochenmetastasen
Bayer Schering Pharma und die norwegische Algeta ASA werden das Krebsmedikament Alpharadin™ gemeinsam entwickeln und vermarkten. Alpharadin™ ist ein neuartiger, Alpha-Strahlung freisetzender radiopharmazeutischer Wirkstoff, der auf Radium 223 basiert. Dieser wird derzeit in einer weltweiten Phase-III-Studie bei Prostatakrebs-Patienten untersucht, die auf eine Hormonbehandlung nicht mehr ansprechen und bei denen sich Knochenmetastasen gebildet haben. Weltweit gehört Prostatakrebs zu der am zweithäufigsten diagnostizierten Krebsart und ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen bei Männern.
Verstärkter Fokus auf Zukunftstechnologien
Mit Investitionen von rund 3,5 Milliarden Euro in Forschung und Sachanlagen soll das Biotech- und Saatgutgeschäft von Bayer CropScience bis 2018 auf das Dreifache wachsen. Die Ausgaben sollen in Forschung und Entwicklung sowie die Infrastruktur des Segments BioScience fließen - mögliche Zukäufe sind in der Investitionssumme nicht enthalten. Der systematische Ausbau der Sparte geht mit der strategischen Ausrichtung von Bayer CropScience einher, die darauf abzielt, integrierte Lösungen für Landwirte anzubieten, die nicht nur Produkte, sondern auch Technologien und Services beinhalten.