Medikamente für „vernachlässigte Krankheiten“
Die Ärmsten der Armen leiden häufig unter Krankheiten, die von der medizinischen Forschung vernachlässigt werden. Daher hat Bayer HealthCare mit einem weiteren „Leuchtturm-Projekt“ die „tropischen und vernachlässigten Krankheiten“ in den Blickpunkt gerückt: Laut WHO sind mehr als 3,3 Milliarden Menschen und somit rund die Hälfte der Weltbevölkerung durch Krankheiten wie die Afrikanische Schlafkrankheit, die Chagas-Krankheit, Malaria und Tuberkulose gefährdet. Diese Krankheiten belasten ganze Familien oder Dorfgemeinschaften dauerhaft.
Bayer HealthCare stellt über Hilfsprogramme Medikamente zur Behandlung dieser Krankheiten zur Verfügung, die auf der Liste der unentbehrlichen Medikamente der who stehen.
Im Kampf gegen die Afrikanische Schlafkrankheit stellt das Unternehmen seit 2003 jährlich 10.000 Ampullen mit dem Wirkstoff Suramin für die Monotherapie eines frühen Stadiums der Krankheit zur Verfügung. Zur Therapie des fortgeschrittenen Stadiums der Krankheit stellt Bayer HealthCare seit 2009 zusätzlich jährlich 400.000 Tabletten seines Medikaments Lampit® mit dem Wirkstoff Nifurtimox kostenlos zur Verfügung. Mit einem weiteren Wirkstoff besteht seit 2009 die Möglichkeit einer Kombinationstherapie, die neue Chancen bei der Behandlung späterer Stadien der Schlafkrankheit ermöglicht. 2009 hat die who diese Kombinationstherapie auf die Liste der unentbehrlichen Medikamente gesetzt.
Die Chagas-Krankheit in Lateinamerika, die durch den Biss einer Raubwanze übertragen wird, kostet jährlich rund 14.000 Menschen das Leben. Bayer HealthCare gibt im Rahmen der Kooperation mit der who seit 2002 jährlich Tabletten mit dem Wirkstoff Nifurtimox kostenlos ab. 2007 wurde dieser Kooperationsvertrag über die Abgabe von 2,5 Millionen Tabletten Lampit® und eine Unterstützung von insgesamt 1,5 Millionen us-Dollar für Training und Distribution für weitere fünf Jahre erneuert.
„Die Zusammenarbeit mit der who ist uns besonders wichtig, denn dadurch können wir zielgerichtet die Menschen erreichen, die von diesen Krankheiten betroffen sind“, erläutert Köstlin. „Bei unseren Spenden von Lampit und Germanin für den Kampf gegen Chagas und die Afrikanische Schlafkrankheit arbeiten wir ausschließlich mit der who zusammen." Die Bayer-Spenden-Richtlinie verlangt die Einhaltung der „Guidelines for Drug Donations“ der who.
Eine weitere „vernachlässigte Krankheit“ ist die Tuberkulose (TB). Jedes Jahr treten rund neun Millionen neuer Fälle von aktiver Tuberkulose auf. Nach Schätzungen der who sterben zwei Millionen Menschen jährlich daran. Bayer HealthCare arbeitet zusammen mit der tb Alliance, der Global Alliance for tb Drug Development, an der klinischen Entwicklung einer Therapiemöglichkeit, wodurch der Behandlungszeitraum von bislang sechs Monaten durch eine Kombinationstherapie mit dem von Bayer hergestellten Wirkstoff Moxifloxacin auf vier Monate reduziert werden könnte. Dies wäre eine wesentliche Verbesserung für die betroffenen Patienten, die heute die langwierige und dadurch kostspielige Behandlung oft vorzeitig abbrechen. Gemeinsam mit der tb Alliance will Bayer HealthCare bei einem erfolgreichen Abschluss der Studien daran arbeiten, Moxifloxacin für Tuberkulosepatienten zu erschwinglichen Preisen zugänglich machen – dies insbesondere in den Entwicklungsländern mit hoher Krankheitslast. Zudem sind wir im März 2010 der Initiative „Critical Path to TB Drug Regimen (CPTR)“ beigetreten. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Behörden und ngos soll die klinische Entwicklung von tb-Therapien beschleunigen und Kombinationstherapien schneller zulassen helfen.