Leistungsbericht
Grundlagen der Berichterstattung
Unser Leistungsbericht informiert übersichtlich und prägnant über alle Themen, die aus unserer und der Sicht unserer Stakeholder Nachhaltigkeitsrelevanz besitzen. Er erfüllt die aktuellen Richtlinien der „Global Reporting Initiative (GRI)“ und deckt alle international anerkannten finanziellen und nichtfinanziellen Indikatoren, die dem Level A+ der GRI entsprechen, ab. Den vollständigen GRI-Index finden Sie
hier.
Um unsere Nachhaltigkeitsleistung zu operationalisieren, hat Bayer 2006 erstmals für fünf Jahre konkrete Nachhaltigkeitsziele formuliert. Der Großteil der Ziele ist bis 2010 terminiert, in einzelnen Bereichen wie dem Klimaschutz haben wir bereits darüber hinausgehende Ziele definiert. Eine Bilanz unseres Zieleprogramms 2006+ werden wir im Nachhaltigkeitsbericht 2010 ziehen und neue, fokussierte Konzernziele veröffentlichen.
Bei der Indikatorenauswahl und -messung haben wir folgende Empfehlungen berücksichtigt:
- World Business Council for Sustainable Development (WBCSD),
- Greenhouse Gas Protocol (ghg Protocol),
- Europäischer Chemieverband (Conseil Européen de l’Industrie Chimique, CEFIC) und
- Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) zusammen mit der „European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS)“ für Berichterstattung „Nicht finanzieller Indikatoren“.
Wir orientieren uns in der Berichterstattung außerdem an den Inhalten der zehn Prinzipien des UN Global Compact. Die Fortschritte bei ihrer Umsetzung (COP – „Communication on Progress“) berichten wir auf jährlicher Basis

.
Die Erfassung von Nachhaltigkeitskennzahlen
Transparente Berichterstattung basiert auf validen, glaubwürdigen Daten. Unser konzernweites standortbasiertes Informationssystem Baysis® führt alle hse („Health, Safety and Environment“)-Leistungskennzahlen des Konzerns zusammen. Eine Plausibilitätsprüfung und Cross-Checks der Daten gewährleisten hohe Datensicherheit. Für die weltweite Erhebung von Personalkennzahlen und Sozialdaten nutzen wir verschiedene weitere Informationssysteme wie ProKon, das Globale hr-Produktivsystem (GHP) sowie die Berichtsdatenbank hrct („Human Resources Controlling Tool“).
In die Datenerfassung beziehen wir alle relevanten Organisationseinheiten und Gesellschaften weltweit ein, die zum Konsolidierungskreis des Bayer-Konzernabschlusses gehören. Die hse-Daten decken alle Gesellschaften ab, an denen wir mit mindestens 50 Prozent beteiligt sind. Leistungskennzahlen dieser Gesellschaften wurden zu 100 Prozent konsolidiert, unabhängig vom genauen Bayer-Anteil. Die Jahre 2005 bis 2009 spiegeln das fortzuführende Geschäft ohne die veräußerten Standorte von Wolff Walsrode, h.c. Starck und Diagnostika wider. Schering-Standorte werden in die Berechnung gemäß dem Akquisitionszeitpunkt ab 23. Juni 2006 einbezogen.
Unsere Treibhausgas-Emissionen stellen wir ab
2005 dar, dem Basisjahr für die im
Bayer-Klimaprogramm festgelegten Klimaziele bis zum Jahr
2020. Dies geschieht portfoliobereinigt in Übereinstimmung mit dem „financial control“-Ansatz des
ghg Protocol.
Der Prozess der Datenerhebung sowie die Aussagen in den Schwerpunktkapiteln und im gesamten Leistungsbericht wurden von dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst
& Young auf Konsistenz, Angemessenheit und Glaubwürdigkeit geprüft

. Stichproben hinsichtlich der Erhebung und Berichterstattung von
hse-Daten wurden außerdem im Rahmen von Vor-Ort-Besuchen an zehn Berichtsobjekten in Deutschland, der Schweiz, China, Japan und Mexiko durchgeführt.
Interpretation der Kennzahlen
Unser Leistungsbericht legt die Entwicklung unserer Nachhaltigkeitskennzahlen klar dar. Für die Einordnung der Kennzahlen ist es bei vielen Parametern wichtig, die Werte in Beziehung zur jährlichen Produktionsmenge zu setzen. Die Menge der verkauften Produkte ging im Berichtsjahr um
1,3 Millionen Tonnen auf
8,7 Millionen Tonnen zurück

.
| Menge verkaufter Produkte |
|---|
| 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
Menge verkaufter Produkte (in Mio. Tonnen) | 9,7 | 10,1 | 10,6 | 10,0 | 8,7 |
Veränderung zum Vorjahr (in Prozent) | 6,6 | 4,1 | 5,0 | -5,7 | -13,3 |
Managementsysteme zur Erreichung der unternehmensweiten HSEQ-Ziele
Ziel von Bayer ist es, innerhalb des Bayer-Konzerns weltweit ein angemessenes und gleiches Niveau an hseq (Health, Safety, Environment and Quality – Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität)-Leistung zu erreichen und sich kontinuierlich zu verbessern. Zur Erfüllung dieses Ziels hat Bayer in allen Teilkonzernen und Servicegesellschaften entsprechende hseq-Managementsysteme eingerichtet, die sich an internationalen Standards orientieren und regelmäßig überprüft und aktualisiert werden.
Bayer CropScience hat Ende 2009 die Auditierung relevanter Standorte gemäß den hseq-Kernanforderungen abgeschlossen. Der Teilkonzern hat von 2007 bis 2009 alle 36 Produktionsstandorte hinsichtlich der Verfahrens- und Anlagensicherheit geprüft.
Auch Bayer HealthCare optimiert und auditiert sein hseq-Managementsystem kontinuierlich nach einem jährlich festgelegten, risikobasierten Programm. 2009 verabschiedete der Teilkonzern sieben neue hse-Direktiven.
Das integrierte Managementsystem von Bayer MaterialScience (bms Integrated Management System) wird im Rahmen eines globalen internen hseq-Auditprogramms kontinuierlich überwacht und ist extern nach iso 9001 zertifiziert.
Insgesamt 87 Prozent unserer Produktionsstandorte verfügten 2009 über ein von Bayer auditiertes hse-Managementsystem.
Internationale Standards und Zertifizierungen
Etwa 40 Prozent unserer Produktionsstandorte sind extern nach international anerkannten Regelwerken, wie z. B. der Umweltmanagementnorm iso14001 zertifiziert oder der europäischen Umweltmanagementverordnung emas (Eco-Management and Audit Scheme) validiert.
Alle Teilkonzerne und Servicegesellschaften verfügen über Qualitätsmanagementsysteme. Da die Qualitätsstandards und Normen häufig branchenspezifisch definiert sind, liegt ihre Umsetzung in der Verantwortung unserer Teilkonzerne und Servicegesellschaften.
Um unser Ziel zu unterstützen, die Quote der Arbeitsunfälle weiter zu senken, wurden im Berichtsjahr weitere Produktionsstandorte nach der internationalen vor allem auf Prävention ausgerichteten Arbeitssicherheitsnorm ohsas 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) zertifiziert.
Aufgrund des insgesamt zahlenmäßigen Rückgangs zertifizierter Produktionsstandorte (z. B. Verkauf oder Schließungen) und des Auslaufens verschiedener Zertifikate an einigen Standorten verzeichnen wir eine prozentual rückläufige Entwicklung unserer Quote für zertifizierte Standorte. Im Rahmen unserer Unternehmenszielsetzungen streben wir in den nächsten Jahren wieder eine Erhöhung dieser Quote an.
| Zertifizierungen und Audits (in Prozent der gesamten Bayer-Produktionsstandorte) |
|---|
| 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
Standorte mit nach ISO 14001 zertifiziertem oder EMAS validiertem Managementsystem | 36 | 36 | 33 | 34 | 31 |
Standorte mit einem HSE-Management nach anderen externen Standards* | 4 | 7 | 10 | 21 | 14 |
Standorte mit nach OHSAS 18001 zertifiziertem Managementsystem | 5 | 8 | 8 | 8 | 15 |
Standorte mit einem von Bayer auditierten HSE-Managementsystem | - | 62 | 64 | 77 | 87 |
* z.B. RCMS (Responsible Care Management System) in den USA oder in Mexiko Industria Limpia (Saubere Industrie)