Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz
Die Förderung der Gesundheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz ist eines der wichtigsten Ziele unserer Aktivitäten in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualitätssicherung (Health, Safety, Environment and Quality, hseq). Die Erkennung von Gefährdungspotenzialen, die Gefährdungsbeurteilung und das Risikomanagement sind bei Bayer Kernpunkte der Maßnahmen zur Gesundheit am Arbeitsplatz. Konkrete Ausgestaltung erfahren diese Aspekte in den hseq-Managementsystemen der Teilkonzerne und Servicegesellschaften, die die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen, den Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung einschließen. Den Prozess regeln unsere 2009 neu aufgesetzten Konzern-Richtlinien zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und zur Arbeitssicherheit.
Weltweit arbeiten unsere Teilkonzerne und Servicegesellschaften daran, die Arbeitsumgebung bei Bayer noch sicherer zu machen. Einen wesentlichen Beitrag dazu soll unsere neue Richtlinie zur Arbeitssicherheit leisten. Sie regelt Maßnahmen und Vorgehensweisen, um Ereignissen am Arbeitsplatz vorzubeugen und die Ursachen dennoch eingetretener Ereignisse zu untersuchen. Hieraus gewonnene Erkenntnisse müssen in Maßnahmen umgesetzt werden, um Wiederholungen vorzubeugen. Die Folgen von Ereignissen wiederum sollen mithilfe systematischer und praktisch umgesetzter Notfallpläne und -vorkehrungen begrenzt werden.
Unser Ziel, die Quote der Unfälle mit Ausfalltagen (Millionen-Arbeitsstunden-Quote, maq) bis 2010 auf unter 2,0 zu verringern, haben wir in 2009 nahezu erreicht. Die maq sank im Vergleich zu 2008 von 2,2 auf 2,0. Auch die Quote der gemäß Konzernvorgaben berichtspflichtigen Unfälle ging im Vergleich zum Vorjahr von 3,6 auf 3,1 zurück.
| Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern |
|---|
| | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | Ziel* |
| Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern mit Ausfalltagen (MAQ**) | 2,7 | 2,8 | 2,4 | 2,2 | 2,0 | < 2,0 |
| Berichtspflichtige Arbeitsunfälle von Bayer-Mitarbeitern (MAQ**) | 4,0 | 4,3 | 3,7 | 3,6 | 3,1 | |
| Tödliche Arbeitsunfälle (gesamt) | 4 | 9 | 4 | 2 | 4 | |
| — davon Bayer-Mitarbeiter | 3 | 5 | 4 | 2 | 4 | |
| — davon Kontraktoren-Mitarbeiter*** | 1 | 4 | 0 | 0 | 0 | |
*Ziel für 2010 auf der Basis von 2005
**Millionen-Arbeitsstundenquote: Anzahl Unfälle pro 1 Million Arbeitsstunden
*** Mitarbeiter beauftragter Drittfirmen
Leider mussten wir im vergangenen Jahr an unseren Standorten in Peking, Valencia, Thailand und Leverkusen vier tödliche Unfälle von Bayer-Mitarbeitern beklagen. Dabei handelte es sich um zwei Verkehrsunfälle während der Dienstzeit, um einen Unfall mit einem umgekippten Gabelstapler sowie einen Sturz von einer Kranleiter.
Bayer reagiert zügig und umfassend auf Unfälle und erkannte Defizite. Aus der Explosion, die sich 2008 in einem Werk von Bayer CropScience in Institute in West Virginia, usa, ereignete und bei der zwei Mitarbeiter ihr Leben verloren, wurden Konsequenzen gezogen: Bayer wird am Standort Institute 25 Millionen us-Dollar investieren, um die Sicherheitsstandards weiter zu verbessern. Eine wesentliche Maßnahme ist die Reduktion der gelagerten Menge an MethyIisocyanat um 80 Prozent bis August 2010. Verbesserte Notfall-Kommunikationssysteme wurden bereits im Jahr 2009 installiert.
Alle Teilkonzerne und Servicegesellschaften führen im Rahmen ihrer hseq-Verpflichtungen zahlreiche Programme zur Förderung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes durch. Mit dem Programm „Fit in der Produktion“ (FIP) stellt Bayer MaterialScience (BMS) sicher, dass alle Mitarbeiter weltweit über eine einheitliche Qualifikation verfügen, um während des Betriebs oder in Notfällen ordnungsgemäß zu handeln. In der von Bayer MaterialScience an den deutschen chempark-Standorten initiierten Arbeitsschutzinitiative „Mensch, pass auf dich auf“ bilden die Verkehrssicherheit, Lärmschutz, gegenseitige Unterstützung beim sicheren Verhalten und die richtige Handhabung elektrischer Geräte die Schwerpunkte. 2009 wurde bei bms der „ceo Safety Award“ ins Leben gerufen, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Arbeitsprozesse zu verbessern sowie das allgemeine Sicherheitsbewusstsein bei bms zu erhöhen. Der „ceo Safety Award“ baut auf den übergeordneten Kernprozessen des „bms Integrated Management System“ auf und nutzt das entsprechende Expertennetzwerk als globale Plattform für den Austausch und die Bewertung der Sicherheitsprogramme.
Bayer HealthCare stellt mit der globalen Unfallverhütungsinitiative „Sicherheit managen“ Gefahrenabwehr und Unfallprävention in den Mittelpunkt. An vielen Standorten sind im Rahmen dieser Initiative lokale Arbeitsschutz-Programme entwickelt und eingeführt worden. Zur Senkung der Unfallszahlen in den Vertriebsorganisationen wurde zusätzlich eine weltweite Initiative für mehr Sicherheit im Außendienst – die „Road Safety Initiative“ – ins Leben gerufen.
Bayer CropScience hat sich zum Ziel gesetzt, eine Unfallquote von maximal 1,0 (gemessen an der Anzahl Unfälle mit Ausfalltagen pro eine Million Arbeitsstunden, maq) zu erreichen. Dazu werden die Arbeitssicherheitsprogramme intensiviert. Schwerpunkte bilden die Fahrersicherheit, die Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilungen am Arbeitsplatz, neue Unfallverhütungskampagnen und Schulungen zu sicherem Verhalten. Auf die Bedeutung des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz soll an Standorten durch Workshops aufmerksam gemacht werden.
Aufgrund der gestiegenen Zahl von Arbeitsunfällen hat Currenta 2009 das langfristig angelegte Programm „Gemeinsam für mehr Sicherheit“ zur Unfallprävention gestartet. Mithilfe von rund 100 Veranstaltungen, Diskussionsrunden, Trainings und Schulungsunterlagen sowie Kurzfilmen sollen die drei Hauptziele der Initiative – eine nachhaltige Reduzierung der Unfallzahlen, die Förderung einer sicherheitsbewussten Unternehmenskultur sowie die Umsetzung einer langfristigen Strategie zum Arbeitsschutz – erreicht werden.
Auszeichnung für Bayer Thai
Der Produktionsstandort von Bayer Thai im Industriegebiet Map Ta Phut ist für sein herausragendes Sicherheitskonzept mit dem „Prime Minister Industry Award 2009“ ausgezeichnet worden. Bewertet wurden die Sicherheitsausbildung und -motivation der Mitarbeiter, die vorhandenen Brandschutz- und Notfallpläne sowie die Entwicklung der Unfallstatistiken in den vergangenen drei Jahren.