Emissionen in das Wasser
Konzernweit hat Bayer im Berichtszeitraum 76 Millionen Kubikmeter Abwasser abgegeben. Dazu zählen Abwässer aus der Produktion, aus Abluftreinigungsanlagen, belastetes Kühlwasser aus Rückkühlwerken, Sanitärabwasser und Regenwasser, soweit es mit Chemikalien oder Brennstoffen wie Gasöle, Bitumen oder Schmierstoffe, in Kontakt kam. Durchlaufkühlwasser, das den weitaus größten Anteil am Gesamtwasserbedarf hat, ist darin nicht enthalten. Da es bei seiner Nutzung ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt, wird es ohne weitere Behandlung – nach Abkühlung – zurück in die Gewässer geleitet. 67 Prozent der belasteten Abwässer wurden in einer Abwasserbehandlungsanlage gereinigt. Bayer setzt dazu leistungsfähige Klär- und Überwachungstechnik ein. Auch unseren Kunden bieten wir hochwirksame Reinigungsanlagen und ein effektives Abwassermanagement an. Diese ermöglichen mit einer Kombination aus physikalischen, chemischen und biologischen Reinigungsverfahren ein hohes Maß an Reinigungsleistung und Umweltverträglichkeit.
Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Methoden zur Abwasserreinigung zu verbessern: Bayer CropScience hat 2009 an seinem Formulierbetrieb in Dormagen, Deutschland, mit Beratung der Umweltexperten von Currenta eine neue Abwasserbehandlungsanlage in Betrieb genommen, die die adsorbierbaren Organochlorverbindungen (AOX) im Betriebswasser der Anlage um mehr als 20 Prozent verringert.
Die Phosphoremissionen in das Wasser sind 2009 um etwa fünf Prozent gesunken. Besonders starken Einfluss darauf hatten die beiden großen nordamerikanischen Produktionsstandorte Baytown und Kansas City. In Baytown, dem größten Phosphoremittenten innerhalb des Teilkonzerns MaterialScience, fand Ende 2009 eine Verfahrensumstellung bei der Makrolon®-Produktion statt, in deren Folge nun auf den Einsatz von phosphorhaltigen Verbindungen weitgehend verzichtet wird. In Kansas City wurde die Produktion eines wichtigen phosphorhaltigen Wirkstoffs von Bayer CropScience eingestellt.
Die absoluten Stickstoffemissionen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent. Dies ist im Wesentlichen eine Folge der Minderauslastung von Produktionsanlagen. Da die Menge verkaufter Produkte um 13 Prozent zurückging, erhöhte sich die spezifische Stickstoffmenge 2009 jedoch auf 0,074 Kilogramm pro Tonne Verkaufsprodukt. Positiv zu Buche schlugen die Projekte „Neue Kaskadenbiologie“ und „Verbesserung der Nitrifikation“ an den deutschen chempark-Standorten Leverkusen und Dormagen. Dadurch können in den Kläranlagen jährlich 300 Tonnen Stickstoff zusätzlich abgebaut werden.
Die spezifische Menge organisch gebundenen Kohlenstoffs („Total Organic Carbon, toc“) ist 2009 auf 0,155 Kilogramm pro Tonne Verkaufsprodukt gesunken. Absolut gesehen gingen die toc-Emissionen gegenüber dem Vorjahr um rund 15,4 Prozent zurück. Hier machten sich die Produktionsrückgänge ebenso bemerkbar wie die veränderte Betrachtung von Frachten am Standort Caojing, China. Hier werden seit 2009 die toc-Gehalte nach entsprechender Abwasserbehandlung (vorher nur Rohwasserfracht) berichtet.
Die Mengen emittierter Schwermetalle und anorganischer Salze sanken konjunkturell bedingt um 13,4 Prozent bzw. 10,5 Prozent.
| Emissionen in das Wasser (absoluter Wert) |
|---|
| | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
| Gesamt-Phosphor – anorganisch und organisch (in 1.000 t/a) | 0,74 | 0,81 | 0,99 | 0,78 | 0,74 |
| Gesamt-Stickstoff – anorganisch und organisch (in 1.000 t/a) | 0,58 | 0,73 | 0,68 | 0,67 | 0,64 |
| Schwermetalle (in 1.000 t/a) | 0,0116 | 0,008 | 0,0089 | 0,0104 | 0,009 |
| Anorganische Salze (in 1.000 t/a) | 797 | 843 | 825 | 812 | 726 |
| TOC* – organisch gebundener Kohlenstoff (in 1.000 t/a) | 1,49 | 1,49 | 1,77 | 1,59 | 1,35 |
| CSB** – chemischer Sauerstoffbedarf (in 1.000 t/a) | 4,47 | 4,47 | 5,31 | 4,77 | 4,05 |
** Rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)
| Emissionen in das Wasser (in kg pro Tonne Verkaufsprodukt) |
|---|
| | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | Ziel* |
| Stickstoff | 0,0596 | 0,0723 | 0,0642 | 0,0669 | 0,0737 | 0,0536 |
| Total Organic Carbon (TOC) | 0,153 | 0,147 | 0,167 | 0,159 | 0,155 | 0,138 |
* Ziel bis 2010 auf Basis der Werte von 2005