Leistungsbericht

Ökonomie

Innovationen leisten wichtige Beiträge, um zukunftsweisende Lösungen zur Bewältigung globaler Herausforderungen zu entwickeln. Mit kontinuierlichen Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen sowie kundenorientierten Produkt- und Serviceleistungen wollen wir in unseren Kernkompetenzgebieten Ernährung, Gesundheit und hochwertige Materialien dauerhaft unseren Unternehmenswert steigern.
Innovationen sind für die Zukunft von Bayer unerlässlich. Deshalb haben wir 2009 fast 2,8 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. In der Pharmaforschung am Standort Elberfeld bereiten Linda Sarah Hoffmann und Sandra Geschka (v. li.) Testreihen für einen neuen Wirkstoff vor.

Im Fokus

  • F&E-Budget auf hohem Niveau halten
  • Mit nachhaltigen Innovationen Wachstum generieren
  • Unser geistiges Eigentum schützen
  • Gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln leben
  • Mit wirksamem Risikomanagement den Unternehmenswert sichern

2009: Operativ eines der stärksten Jahre

Bayer war 2009 in einem schwierigen Umfeld erfolgreich: Mit einem um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 6,5 Milliarden Euro erzielten wir den dritthöchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Allerdings lag der Wert 6,6 Prozent unter dem des Vorjahres. Das operative Ergebnis (EBIT) 2009 wurde durch eine Reihe von Sondereinflüssen belastet, die sich insgesamt auf minus 766 Millionen Euro beliefen. Diese waren im Wesentlichen bedingt durch die Integration von Schering, Restrukturierungsmaßnahmen sowie Rechtsfälle.
Der Umsatz sank 2009 konzernweit um 5,3 Prozent auf 31,2 Milliarden Euro. Die Umsatzentwicklung der einzelnen Teilkonzerne gestaltete sich wie erwartet unterschiedlich. HealthCare konnte seinen Umsatz nominal um 3,8 Prozent auf fast 16,0 Milliarden Euro steigern. CropScience gewann Marktanteile und legte mit einem Umsatz von 6,51 Milliarden Euro um 2,0 Prozent zu. Unser MaterialScience-Geschäft wurde von den Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise stark getroffen: Dort ging der Umsatz um 22,8 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zurück.
An der insgesamt robusten Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres haben wir unsere Aktionäre beteiligt. Bayer hat eine unveränderte Dividende von 1,40 Euro je Aktie gezahlt, was einer Ausschüttungsquote von 38,5 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie entspricht.
Ökonomische Kennzahlen des Bayer-Konzerns* (in Mio. Euro bzw. Angaben in Prozent)
20052006200720082009
Umsatzerlöse24.70128.95632.38532.91831.168
Auslandsgeschäft84,4%84,4%85,1%85,4%86,7%
Ergebnis vor Ertragsteuern**1.9121.9802.2342.3561.870
Ergebnis nach Steuern aus fortzuführendem Geschäft1.3741.5262.3061.7201.359
Ergebnis nach Steuern aus nicht fortzuführendem Geschäft2211692.4104
Ergebnis nach Steuern1.5951.6954.7161.7241.359
Eigenkapitalrendite14,4%14,1%31,8%10,4%7,7%
Nettoverschuldung (gesamt)5.49417.53912.18414.1529.691
Ertragsteuern-538-45472-636-511
* Vorjahreswerte 2005-2008 wie zuletzt berichtet
** entspricht dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
Weitere Kennzahlen finden Sie hier sowie im Geschäftsbericht 2009.

Forschung und Entwicklung

Bayer ist ein Erfinder-Unternehmen und steht für Forschung und Innovationen. Innovationen sind für die Zukunft des Unternehmens unerlässlich. So haben wir auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten an unserem Bekenntnis zu Forschung und Innovation festgehalten. Mit 2,75 Milliarden Euro investierten wir 2009 so viel wie noch nie in Forschung und Entwicklung (F&E). Das war mehr als bei jedem anderen Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Es entspricht einer Steigerung von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bezogen auf den Umsatz lag die Forschungsquote bei 8,8 Prozent.
Forschung ist bei Bayer seit jeher eine ganz wesentliche Triebkraft im Unternehmen. Auch für die Zukunft streben wir ein weiterhin hohes Niveau an. Für das Jahr 2010 wird sich das Forschungs- und Entwicklungsbudget auf rund 2,9 Milliarden Euro erhöhen. Einen ausführlichen Überblick über die weltweiten Forschungsaktivitäten unserer Teilkonzerne bietet unser Geschäftsbericht 2009 link.
Rund 12.400 Mitarbeiter sind aktuell im Bereich f&e beschäftigt, ihre Aktivitäten werden ergänzt durch ein internationales Netzwerk von führenden Hochschulen, öffentlichen Forschungseinrichtungen und Partnerfirmen.
Forschen in einem „Open Innovation“-Ansatz spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Projekte werden dabei in einem Verbund aus mehreren Partnern realisiert, die entlang der Wertschöpfungskette angeordnet sind. Solche Forschungsverbünde werden durch öffentliche Fördermittel unterstützt. Hierdurch wird die unternehmerische Entscheidung für risikoreiche Entwicklungen erleichtert. Insgesamt beteiligte sich Bayer 2009 europaweit an 80 Verbünden und erhielt dafür 12 Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen. So fördert beispielsweise das Bundesministerium für Bildung und Forschung Bayer MaterialScience und Bayer Technology Services für ihr Engagement in der Innovationsallianz Carbon Nanotubes Inno.CNT (http://www.innocnt.de/). Diese Initiative ist ein Zusammenschluss von über 80 hoch spezialisierten kleinen und mittelständischen Unternehmen, großen Industriekonzernen, wissenschaftlichen Einrichtungen und zahlreichen Universitäten. Ihr Ziel ist es, Anwendung und Entwicklung von Carbon Nanotubes (Kohlenstoffnanoröhrchen, cnt) zu fördern. Dabei wurden 2009 Ergebnisse erreicht, die den Weg zu einer besseren Energieeffizienz vieler Produkte bereiten.
Forschungs- und Entwicklungskosten* (in Mio. Euro)
20052006200720082009
Gesamt1.7292.2972.5782.6532.746
davon BHC8341.4261.7001.7421.847
davon BCS664614637649653
davon BMS**214227209221207
davon Überleitung***1730324139
* Vorjahreswerte 2005-2008 wie zuletzt berichtet
** ohne F&E gemeinsam mit Kunden
*** den Teilkonzernen nicht direkt zugeordnet, im Wesentlichen Aufwendungen der Servicegesellschaften

Schutz von geistigem Eigentum

Für ein Erfinder-Unternehmen wie Bayer ist ein weltweiter zuverlässiger Schutz des geistigen Eigentums essenziell. Denn geistiges Eigentum ist als Grundlage für Innovationen unentbehrlich.
Ohne einen weltweit wirksamen Patentschutz gäbe es für Unternehmen wie Bayer keine Möglichkeit, die erheblichen Ausgaben, die bei der Suche nach neuen Lösungen entstehen, wieder einzubringen. Die Folge: Wirtschaftliche Anreize und finanzielle Mittel für weitere Innovationen würden fehlen. Patentierte Produkte und Technologien machen in jedem unserer drei Teilkonzerne rund 40 Prozent des Umsatzes aus. Wir verteidigen deshalb konsequent unser geistiges Eigentum.
So steht Bayer seit Ende 2008 in Konflikt mit der indischen Medikamenten-Zulassungsstelle „Drug Controller General of India (DCGI)“, die trotz gültigen Patentschutzes den Antrag eines indischen Unternehmens auf Zulassung einer generischen Kopie unseres Krebsmittels Nexavar® bearbeitet, da es in Indien im Gegensatz zu Europa und den usa keinen Unterlagenschutz für Zulassungsunterlagen gibt. Den Vertrieb des so zugelassenen – patentverletzenden – Nachahmerprodukts vor Ablauf des Patentschutzes müsste Bayer dann jedem einzelnen Vertreiber gerichtlich untersagen lassen. Dies würde für Bayer enorme zeitliche und finanzielle Aufwendungen bedeuten – Ressourcen, die anderweitig sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Innovationen in unseren Kompetenzbereichen

Innovationen sind für die Zukunft der Unternehmen unerlässlich. Innovative Produkte und Dienstleistungen sind wesentliche Treiber für das nachhaltige Wachstum eines Erfinder-Unternehmens. Sie stehen daher im Zentrum unserer Konzernstrategie und unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Eine besondere Bedeutung hat die fokussierte Entwicklung von neuen, das Kerngeschäft stärkenden Produkten. Wir arbeiten dazu an einer stetigen Erneuerung und Erweiterung des Produktportfolios sowie an einer Optimierung der Produktionsprozesse. Unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten orientieren sich eng an den Marktbedürfnissen und unterliegen dementsprechend einem kontinuierlichen Anpassungsprozess. Unsere Teilkonzerne und Servicegesellschaften bringen dabei ihr spezifisches Know-how ein und nutzen Synergieeffekte, etwa bei Querschnittstechnologien wie der Nano- und Biotechnologie. Innovationsfelder, die am Rande der Kernaktivitäten der Teilkonzerne liegen, werden von der Bayer Innovation GmbH in Kooperationen mit den Teilkonzernen und externen Partnern wie Universitäten, Start-up-Initiativen oder anderen Unternehmen bearbeitet.
Wir wollen eine lebendige und nachhaltige Innovationskultur, die auf unseren Stärken in Forschung und Entwicklung aufbaut und ständig um neue Ideen bereichert wird. Mit der Innovationsoffensive „Triple-i: Inspiration, Ideen, Innovationen“ werden seit 2006 alle Bayer-Mitarbeiter weltweit motiviert, Ideen für neue Produkte einzureichen und somit einen Beitrag zur Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens zu leisten. Mehr als 10.000 Vorschläge wurden bisher eingereicht. Erste Produkte konnten bereits erfolgreich im Markt eingeführt werden. 2009 setzte Triple-i drei Schwerpunkte: die Ideenoffensive zur besseren Vermarktung des Nahrungsergänzungsmittels Supradyn, die „Womanology-Kampagne“ für neue Produkte oder Dienstleistungen im Bereich der Frauengesundheit – darunter natürlich auch zu den Themen Verhütung, Schwangerschaft und gynäkologische Therapien – sowie die Triple-i-China-Offensive.

Beispiele für nachhaltige Innovationen aus unseren Teilkonzernen und Servicegesellschaften 2009

Produkt Erläuterung
Bayer HealthCare
Dezentralisiertes Zulassungsverfahren für Visanne® zur Behandlung von Endometriose in Europa abgeschlossenDas Präparat zur Behandlung der chronischen Erkrankung Endometriose (schmerzhafte Wucherung der Gebärmmutterschleimhaut) wird ab Mitte 2010 in Europa eingeführt.

CONTOUR®USB

Neues Blutzuckermessgerät

Das Blutzuckermessgerät mit Plug & Play Diabetes Management Software wird den individuellen Bedürfnissen von Menschen mit Diabetes gerecht.

BETAPLUS®-Programm und

innovatives Applikationssystem

Therapieerfolg bei Multipler Sklerose (MS) wird durch ein umfassendes Patienten-Betreuungsprogramm und ein fortschrittliches Injektionssystem unterstützt, das Injektionen für Patienten schmerzärmer und komfortabler macht.
Bayer CropScience
Routine® stimuliert das Immunsystem der Reispflanzen gegen Reisbräune und schützt damit vor Ernteausfällen.Isotianil ist eine neue, systemische Aktivsubstanz, die keine direkte fungizide Wirkung besitzt, sondern das Immunsystem der Reispflanzen aktiviert. Seit 2009 erfolgt die Markteinführung in den wichtigsten asiatischen Reis-Märkten.
Einführung neuer, ertragreicher Baumwoll-Linien mit reduzierter Aktivität eines Stress-GensBaumwoll-Linien, in denen die Aktivität eines stress-induzierten Gens („parp Gen“) reduziert wurde, zeigen in der Feldtestung einen bis zu zehn Prozent höheren Ertrag an Baumwollfasern sowohl unter optimalen als auch suboptimalen Anbaubedingungen. Die Technologie, die zur Kontrolle des Stress-Gens eingesetzt wurde, ist die in der medizinischen Forschung weitverbreitete RNA-Interferenz (RNAI).
Bayer MaterialScience
Dream Production: Versuchsanlage zur sinnvollen und umweltschonenden Verwertung von CO2Bei dem von BMS, Bayer Technology Services, der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen und weiteren Partnern entwickelten Projekt wird CO2 chemisch gebunden und als Baustein in Polyether-Polycarbonat-Polyole eingebaut. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Bau einer hochmodernen World-Scale-Anlage für den Polyurethan (PUR)-Rohstoff Toluylen-Diisocyanat (TDI) am integrierten Produktionsstandort SchanghaiDie Anlage soll in diesem Jahr mechanisch fertiggestellt und 2011 in Betrieb genommen werden. Die zuständigen chinesischen Behörden haben die Genehmigung für eine Jahreskapazität von zunächst 250.000 Tonnen erteilt. Die weltweite TDI-Kapazität des Unternehmens erhöht sich damit auf mehr als 700.000 Jahrestonnen.
Kooperation zum Schutz des Klimas: Bayer MaterialScience und SBM Offshore entwickeln WellenenergiefarmMit dieser Technologie soll zukünftig umweltfreundliche Energie gewonnen werden, indem bisher unerschlossene Ressourcen unserer Meere genutzt werden. Das World Energy Council schätzt, dass die globalen Wellenenergieressourcen rund doppelt so groß sind wie die Gesamtmenge an elektrischem Strom, der derzeit weltweit verbraucht wird.
Bayer Technology Services
BAYQIK® (Quasi-Isotherme-Katalyse)-Verfahren für SchwefelsäureproduktionMit dem neuen Reaktorkonzept bayqik® ist es gelungen, die Prozesseinsatzgrenzen und damit die Anlagenkapazität deutlich zu erweitern und gleichzeitig die Aspekte Umweltschutz, Energierückgewinnung und Wirtschaftlichkeit erheblich zu steigern.
Bayer Business Services
E-Learning-Tool zur Mitarbeiterschulung für den Umgang mit dem neuen Globalen Harmonisierten System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS)Das E-Learning-Tool macht Mitarbeiter mit den neuen Piktogrammen, Signalwörtern sowie Sicherheits- und Gefahrenhinweisen vertraut, sodass sie lernen, gefährliche Stoffe besser zu erkennen und einzuschätzen und sich dementsprechend vorsichtig zu verhalten. Bayer Business Services berät Kunden auch zur neuen Einstufungs- und Kennzeichnungspflicht nach GHS und bietet Schulungen an.
Currenta
Wasserturm: Innovatives Konzept zur Energieoptimierung in DormagenDurch eine energieoptimierte Betriebswasserförderung und eine veränderte Netzeinbindung des Wasserturms zur Regulierung des Leitungsdrucks hat Currenta dadurch den Energieverbrauch der Betriebswasserversorgung deutlich um 15 Prozent gesenkt. Das ergibt pro Jahr eine Einsparung von gut 4.800 Megawattstunden (MWh) link.

Personalisierter Impfstoff aus Tabakpflanzen

Die Bayer Innovation GmbH hat mit der Genehmigung der Phase-I-Studie durch die FDA (Food & Drug Administration) für einen patientenspezifischen Impfstoff einen Meilenstein erreicht. In den USA wird dieser Impfstoff – der erste, der mittels magnICON®-Technologie in Tabakpflanzen produziert wurde – nun an Probanden getestet. Die patientenspezifischen Impfstoffe sollen zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL) – einer Krebserkrankung der Lymphozyten – eingesetzt werden. Die Behandlung soll das eigene Immunsystem aktivieren, sodass es die bösartigen Zellen erkennt und gezielt durch die körpereigenen Abwehrkräfte zerstören kann.
Die magnICON®-Technologie ist ein neuer Prozess zur schnellen Erzeugung von Proteinen, wie Biopharmazeutika, in hoher Ausbeute in der Tabakpflanze. Die Pflanze selbst wird nicht gentechnisch verändert: Es wird lediglich temporär ein Bauplan für das gewünschte Produkt mithilfe eines Agrobakteriums in die Pflanze gebracht. Das Protein wird anschließend aus den Blättern der Pflanze in hoher Reinheit gewonnen. Das Verfahren kann auch im großtechnischen Maßstab in einer geschlossenen Anlage betrieben werden.

Unser Engagement in den Regionen

Als internationales Unternehmen tragen wir in vielen Regionen der Welt zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung bei. Als Arbeitgeber verbessern wir durch adäquate Vergütungs- und Versorgungsmodelle die soziale Sicherung an unseren Standorten und stärken die Kaufkraft vor Ort. Im Berichtsjahr beliefen sich unser Personalaufwand, die Aufwendungen für Altersversorgung und Pensionsverpflichtungen auf 23.707 Millionen Euro. Wir tragen auch durch Steuerzahlungen zum Gemeinwohl bei.
Personalaufwand und Pensionsverpflichtungen* (weltweit in Mio. Euro)
20052006**200720082009
Personalaufwand**5.3186.6307.5717.4917.776
davon soziale Abgaben und Altersversorgung1.0091.4141.6111.5131.490
Pensionsverpflichtungen***15.56116.70815.02214.91015.931
* Vorjahreswerte 2005-2008 wie zuletzt berichtet
** In den Daten zu 2006 ist Schering ab dem 23. Juni 2006 enthalten.
*** Anschaffungsbarwert der leistungsorientierten Verpflichtungen für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen
Auch unser Einkaufsvolumen stellt in vielen Regionen einen beträchtlichen Entwicklungsfaktor dar. In ca. 100 Ländern kauften wir 2009 für rund 13,7 Milliarden Euro bei etwa 87.000 Lieferanten. Etwa 14 Prozent davon entfallen auf Beschaffungen aus Nicht-oecd-Ländern.
Anzahl der Lieferanten und Ausgaben nach Wirtschaftsregionen
Lieferanten (in Prozent)Ausgaben (in Prozent)
Nicht-OECD-Länder
(ca. 70% aller Länder)
2614
OECD-Länder
(ca. 30% aller Länder)
7284
N/A*22
Total100100
* nicht harmonisierte Stammdaten aufgrund laufender Systemintegrationen
An vielen Orten unterstützen wir aktiv die Standortentwicklung. Bayer CropScience beispielsweise ermöglicht Farmern in 15 indischen Dörfern im Bundesstaat Karnataka in Zusammenarbeit mit der indischen Warenterminbörse und der indischen Post einen direkten Marktzugang. Mittelsmänner werden hierdurch überflüssig. Ein projektfinanzierter Mitarbeiter stellt den Landwirten, die häufig nicht lesen und schreiben können, Informationen aus speziellen Webseiten, u. a. der Warenterminbörse, zur Verfügung. Dazu werden die Postbüros genutzt, die alle über Computer verfügen. Die Informationen umfassen z. B. auch die aktuellen Marktpreise für die Ernteerträge. Auf diese Weise verbessern die Farmer ihren Marktzugang und ein größerer Anteil der Wertschöpfung verbleibt in der dörflichen Gemeinschaft: Sie können ihre Ernte nun dort verkaufen, wo sie am meisten dafür einnehmen.
An unserem deutschen chempark-Standort in Dormagen planen wir 2010 eine Investition von 150 Millionen Euro zur Errichtung einer neuen Hightech-Produktionsanlage für Toluylen-Diisocyanat (TDI). Die Anlage soll eine Kapazität von 300.000 Jahrestonnen haben und die bestehenden Anlagen in Dormagen und Brunsbüttel ersetzen. Dabei kommt eine innovative, patentierte tdi-Verfahrenstechnologie zum Einsatz, die Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent ermöglicht und mit 80 Prozent weniger Lösemittel auskommt.
Im chempark mit den Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen, an denen mehr als 45.000 Menschen arbeiten, sind über 70 Unternehmen aus Produktion, Forschung und Dienstleistung auf etwa 11 km² angesiedelt. Ein Drittel der nordrhein-westfälischen Chemieproduktion findet hier statt. Die nachhaltige Weiterentwicklung der Standorte durch Neuansiedlungen ist eine wesentliche Aufgabe von Currenta als Manager und Betreiber des chempark. Mit dem Nanjing Chemical Industry Park, einem der drei größten Chemie- und Industrieparks in China, wurde eine Partnerschaftsvereinbarung getroffen mit dem Ziel, Erfahrungen und Informationen auszutauschen und die Standortvermarktung zu stärken. Diese Kooperation ist die weltweit erste zwischen Chemieparks.

Weltweites Bekenntnis zu Compliance

Gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln ist für jeden Bayer-Mitarbeiter verpflichtend, Verstöße gegen Gesetze werden von uns nicht geduldet. Grundlage dafür ist unsere „Corporate Compliance Policy“. Sie beinhaltet ein striktes Verbot von Korruption und wettbewerbswidrigem Verhalten, die Verpflichtung zur Schaffung und Wahrung fairer und respektvoller Arbeitsbedingungen und ein klares Bekenntnis zum Schutz des geistigen Eigentums. Auch unsere Grundsätze zur Nachhaltigkeit sind darin verankert. Die Konzern-Revision prüft in regelmäßigen Abständen im Auftrag des „Group Compliance Committee“ die Wirksamkeit der „Corporate Compliance Policy“.
Die „Corporate Compliance“-Broschüre liegt in 38 verschiedenen Sprachen vor. Informationen zu „Compliance“ sind über das Intranet konzernweit auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zugänglich. Dort finden die Mitarbeiter auch die Kontaktdaten aller „Compliance Officer“ und die Telefonnummern der lokalen „Compliance Hotlines“, die teilweise auf Länderebene, teilweise auf regionaler Ebene bereitgestellt werden. In Ländern, in denen wir aus rechtlichen oder organisatorischen Gründen keine lokale „Compliance Hotline“ einrichten konnten, übernehmen Ombudsmänner oder die „Compliance Officer“ diese Funktion.
Zu unserer Ende 2008 aktualisierten „Corporate Compliance Policy“ haben wir ein webbasiertes Training „Corporate Compliance Basics“ konzipiert. Eine erste Gruppe von etwa 900 Teilnehmern aus zwei deutschen Konzerngesellschaften hat das Trainingsprogramm bereits absolviert. 2010 wird der Roll-Out dieses webbasierten Compliance-Trainingsprogramms im Konzern fortgesetzt. Parallel werden auch in Zukunft die konzernweiten Mitarbeiterschulungen zum Thema „Compliance“ kontinuierlich fortgeführt, um die Bedeutung des Themas im Bewusstsein der Mitarbeiter zu verankern.
Jeder Bayer-Mitarbeiter ist verpflichtet, etwaige Verstöße zu melden. Aufgrund von Besonderheiten der nationalen Rechtslage gilt diese Meldepflicht in Frankreich nicht. Bei festgestellten „Compliance“-Verstößen reichen die personellen Konsequenzen von Abmahnungen bis hin zur Auflösung von Arbeitsverträgen. Ebenso kann es zu Änderungen von Geschäftsprozessen kommen. Im Berichtsjahr wurden über die globale „Compliance Hotline“ und Mailadresse insgesamt 57 Meldungen registriert – 27 aus Deutschland und 30 aus aller Welt. 43 Meldungen gingen per Mail ein, davon 19 anonym, und 14 per Telefon, davon 11 anonym. Allen Meldungen wurde von dem zuständigen „Compliance Officer“ nachgegangen. In den meisten Fällen, in denen die Untersuchungen bereits abgeschlossen wurden, konnten keine „Compliance“-Verstöße festgestellt werden.
In Deutschland verfügen alle Bayer-Teilkonzerne und -Servicegesellschaften über ein „Compliance Committee“, weltweit gibt es in jedem Land, in dem wir tätig sind, mindestens einen lokalen „Compliance Officer“, oft auch ein lokales „Compliance Committee“. Im April 2009 ist die Konzernregelung „Compliance Organisation“ in Kraft getreten. In ihr werden klare und verbindliche Verantwortlichkeiten für die „Compliance Officer“, die Berichtswege und auch die Verankerung des bereits etablierten Hotline-Systems festgelegt. In Anknüpfung an dieses Regelwerk haben wir 2009 für unsere „Compliance Officer“ ein Konzept für ein standardisiertes Training zu den Verantwortlichkeiten ihrer Funktion entwickelt und im September 2009 dazu einen ersten „Compliance Officer Training Workshop“ abgehalten. Die Workshops, die außerdem das „Networking“ unter den „Compliance Officern“ und den Aufbau einer konzernweiten „Compliance Community“ fördern sollen, werden 2010 fortgesetzt.
Auch bei der Prüfung und Freigabe von Zahlungsanweisungen sollen „Compliance Officer“ stärker involviert werden. Dazu wurde 2009 die Direktive „Überprüfung von Zahlungsvorgängen“ erlassen: Zahlungen an externe Vertragspartner werden unter bestimmten Aspekten in den Accounting-Abteilungen geprüft. Zweifelhafte Fälle sollen dem zuständigen „Compliance Officer“ vorgelegt werden, der dann in solchen Fällen letztlich über Zahlungsfreigabe oder -stopp entscheidet.
Für 2010 planen wir die Einführung einer weltweiten Datenbank, in die die lokalen „Compliance Officer“ die ihnen bekannt gemachten und von ihnen untersuchten „Compliance“-Vorfälle eingeben müssen. Parallel zur Einführung dieses Tools soll ein konzernweit gültiges Regelwerk in Kraft treten, dass festlegt, wie Untersuchungen zu gemeldeten „Compliance“-Fällen durchgeführt werden sollen.
Um die Durchsetzung von „Compliance“ im oberen Management noch stärker zu verankern, wurde 2009 eine Initiative zur Integration von „Compliance“ im „Performance Management“ von Konzernführungskräften (KFK) gestartet. Ab der Bewertungsperiode 2010 wird ein festes „Compliance“-Ziel in die Performance-Bewertung der KFK aufgenommen und bei der Beurteilung der jährlichen Leistung berücksichtigt. Die KFK müssen dazu die möglichen „Compliance“-Risiken in dem jeweiligen Verantwortungsbereich zusammenstellen, einen Risikominimierungsplan aufstellen, umsetzen und regelmäßig über den Fortschritt berichten. Negative Folgen kann es für eine Konzernführungskraft geben, wenn es in ihrem Verantwortungsbereich systematische Gesetzesverstöße mit Schadenspotenzial für Bayer gegeben hat und geeignete Maßnahmen die aufgedeckten Gesetzesverstöße verhindert hätten.

Politische Interessenvertretung durch Bayer

Politik und Gesetzgebung prägen die Rahmenbedingungen unseres Geschäfts entscheidend. Als global agierendes Unternehmen wollen wir aktiv unser Know-how einbringen und an politischen Entscheidungsprozessen teilnehmen. Politische Interessenvertretung sehen wir als eine wichtige und legitime Möglichkeit, dies umzusetzen.
Als Basis für diese Aktivitäten haben wir klare Regeln geschaffen. Alle Mitarbeiter und Berater des Bayer-Konzerns unterliegen diesen Regeln, die seit 1. Januar 2009 in einem konzernweit gültigen „Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Lobbying“ festgeschrieben sind. Bereits seit 2005 gibt es für deutsche Mitarbeiter eine verbindliche Richtlinie zu den Beschäftigungsbedingungen bei der Ausübung von Mandaten und öffentlichen Ehrenämtern.
Um Transparenz zu schaffen, hat sich Bayer als eine der ersten Firmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in das Register der Interessenvertreter der Europäischen Kommission eingetragen und legt die relevanten Gesamtkosten – im Jahr 2009 1,5 Millionen Euro – für die Lobbyarbeit auf eu-Ebene offen. Wir erwarten eine solche Initiative auch innerhalb von Deutschland und werden uns im Falle der Einführung eines deutschen Registers beteiligen.
Gemäß seinen Richtlinien leistet Bayer keine direkten Spenden an politische Parteien, parteinahe Institutionen, Politiker oder Kandidaten für ein politisches Amt. Die Verbände, in denen wir Mitglied sind, spenden allerdings unter Berücksichtigung der jeweiligen gesetzlichen Regelungen, insbesondere der Parteigesetze, in eigener Verantwortung. Der Verband der Chemischen Industrie (vci) beispielsweise handelt bei Parteispenden für seine Mitgliedsfirmen, wobei der Vorstand des vci über Höhe und Verteilung der Spenden an die Parteien entscheidet. In den usa nutzen Mitarbeiter die Möglichkeit, einzelne Kandidaten für parlamentarische Ämter über private Spenden an das „Bayer Corporation Political Action Committee“ (BayPac) zu unterstützen. In 2009 wurden verschiedene Kandidaten auf der föderalen Ebene und in den Bundesstaaten mit insgesamt 216.500 us-Dollar unterstützt.
Innerhalb des Konzerns wird die einheitliche Kommunikation gegenüber politischen Entscheidungsträgern von unserem „Community Council Politics“ gesteuert. Es ist für die Ausrichtung und Priorisierung der politischen Arbeit des Unternehmens verantwortlich. Dazu gehören konzernübergreifende Themen, wie der Bayer-Politikbrief zum Thema Forschung am Standort Deutschland oder die Eintragung in das Lobbyregister ebenso wie teilkonzernspezifische politische Fragestellungen.
Bedeutende Schnittstellen sind die Verbindungsbüros in Berlin, Brüssel, Washington und Peking. Zu wichtigen politischen Vorhaben stimmt sich Bayer im Interesse eines konsensorientierten Dialogs eng mit nationalen und internationalen Wirtschaftsverbänden ab. Darüber hinaus stehen wir in engem Kontakt mit anderen gesellschaftlichen Stakeholdergruppen, etwa aus dem Umwelt- oder Gesundheitsbereich. Auch die gute Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen und Organisationen an Standorten des Unternehmens ist uns ein wichtiges Anliegen.

Politische Informationen auf nationaler und europäischer Ebene

Mit dem Bayer-Politikbrief „Beitrag“ bringen wir unsere Expertise in die politische Debatte in Deutschland ein. Wir möchten damit fundierte Informationen für politische Entscheidungen beisteuern und setzen uns für eine offene Diskussionskultur ein. Die Informationen sind zusammengestellt für politische Entscheider auf Bundes- und Landesebene sowie Wissenschaft, Wirtschaft und Medien sowie alle politisch Interessierten.
Die „Brussels Academy“ wurde 2009 von Bayer CropScience in Kooperation mit dem European Training Institute (ETI) gegründet. Neben Trainingsangeboten bietet die Academy eine Plattform für den Dialog zwischen Unternehmen und der Gesellschaft mit einem besonderen Fokus auf Zukunftsthemen. Die Dialogplattform ist offen für alle gesellschaftlichen Gruppen, d.h. für Politiker, Universitäten, Verbände oder Nichtregierungsorganisationen ebenso wie für Unternehmen oder Privatpersonen.

Wirksames Risikomanagement

Unternehmerisches Handeln ist untrennbar mit Chancen und Risiken verbunden. Aus diesem Grund ist ein wirksames und proaktives Management von Chancen und Risiken ein bedeutender Erfolgsfaktor zur nachhaltigen Sicherung des Unternehmenswerts. Im Bayer-Konzern ist die Steuerung von Chancen und Risiken integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung. Zentrale Elemente des Chancen- und Risikomanagementsystems sind der Planungs- und Controllingprozess, das konzerninterne Regelwerk und das Berichtswesen. In regelmäßigen Konferenzen zur Geschäftsentwicklung werden die Chancen und Risiken, die in den Strategien der strategischen Geschäftseinheiten und der Regionen qualitativ und quantitativ bewertet werden, aktualisiert und Ziele sowie Steuerungsmaßnahmen vereinbart.
Die Grundsätze des Risikomanagements des Bayer-Konzerns sind in einer Richtlinie dokumentiert. In den Teilkonzernen, den Servicegesellschaften und den Einheiten der Holding wurden Risikoverantwortliche auf Leitungsebene und Risikomanagementkoordinatoren benannt, um ein effizientes Risikomanagementsystem zu gewährleisten.
Die Konzernrevision ist verantwortlich für die Koordination der konzernweiten Erfassung und Dokumentation von Risikofeldern und für die Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems. Die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems wird in regelmäßigen Abständen von der Konzernrevision geprüft. Darüber hinaus beurteilt der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Jahresabschlussprüfung das Risikomanagementsystem.
Wir haben im Berichtsjahr unsere etablierten Risikomanagementprozesse und unsere Richtlinie zum Konzernrisikomanagement weiterentwickelt und optimiert, um aktuellen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen. In einer Datenbank erfassen und evaluieren wir regelmäßig interne und externe Risiken. Die inhaltlichen Kriterien zur Risikoerfassung und -bewertung sind in einer Verfahrensanleitung (BayRisk Instruction) geregelt und wurden ebenfalls aktualisiert.
Bayer verfügt über Produktionsstätten in mehr als 100 Ländern. Einige können durch Folgen des Klimawandels, etwa Überschwemmungen oder Wirbelstürme, zunehmend bedroht sein. Ein Gefahrenabwehrsystem (Bayer Emergency Response System, Bayers) zum Schutz der Mitarbeiter, der Umwelt und der Produktionsanlagen ist daher verpflichtender Bestandteil der integrierten hseq-Managementsysteme an Produktionsstandorten. Grundlage hierfür bildet die Handlungsanweisung „Krisenmanagement im Konzern bei außergewöhnlichen Ereignissen“.
Bayer HealthCare (BHC) hat 2009 die Direktive zum „Enterprise Risk Management“ veröffentlicht, die den Risikomanagementprozess für alle Bereiche der BHC-Produktion regelt. Dieser wurde eingeführt, um potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und so Auswirkungen auf die Versorgung von Patienten mit unseren Produkten zu verhindern sowie mögliche negative Auswirkungen auf das Unternehmen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. An allen bhc-Produktionsstandorten werden potenzielle Risiken erfasst, bewertet und – wo erforderlich – Maßnahmen festgelegt. Dabei werden sowohl Risiken für die Produktion in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Qualität (hseq) oder bei der Beschaffung als auch potenzielle Naturkatastrophen bewertet. Durch die global einheitliche Methodik werden die Risiken vergleichbar und transparent, was wiederum erheblich die Entscheidungsgrundlage für mögliche Gegenmaßnahmen verbessert.
Bayer HealthCare hat außerdem im Jahr 2009 spezielle Direktiven und Anweisungen mit einer Notfallplanung eingeführt, die eine Priorisierung der herzustellenden Medikamente, deren Auslieferung und den Schutz der Mitarbeiter im Falle einer Pandemie regeln.
Bayer beteiligt sich am europäischen Emissionshandel. Wir schätzen anhand von Szenarien, dass durch den Kauf von Emissionsberechtigungen und steigende Energiepreise bis 2012 erhebliche Mehrkosten auf uns zukommen, die nach derzeitigen Berechnungen bis zu einem Prozent unseres ebitda ausmachen können. In den usa nimmt die Bayer Corporation mit mehreren Kraftwerken freiwillig am Emissionshandel der „Chicago Climate Exchange (CCX)“ teil.
Als exportierendes Unternehmen unterliegt Bayer vielfältigen Vorschriften des Außenwirtschaftsrechts, deren Einhaltung auch explizit in unserer „Compliance Policy“ verankert ist. Das erfordert eine effektive Organisation, die die Einhaltung dieser Vorschriften und entsprechende Überwachungsmaßnahmen sicherstellt. Die Bayer-interne Organisation wird durch Ausfuhrverantwortliche, Ausfuhrbeauftragte und eine Exportkontrollstelle umgesetzt. Die organisatorischen Rahmenbedingungen im Bayer-Konzern werden in der Konzernregelung „Organisation der Exportkontrolle im Bayer-Konzern“ definiert. Praktische Hinweise für den Umgang mit internationalen Handelskontrollen enthält außerdem das von Bayer Business Services in Abstimmung mit den Teilkonzernen und Servicegesellschaften erstellte gleichnamige Handbuch.

Umgang mit Rechtsstreitigkeiten

Gegen Bayer sind in mehreren Ländern Rechtsverfahren anhängig bzw. wurden im Berichtsjahr zum Abschluss gebracht. Als international tätiges Unternehmen mit einem heterogenen Portfolio ist der Bayer-Konzern einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt. Hierzu können insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Patentrecht, Steuerrecht sowie Umweltschutz gehören. Die Ergebnisse von gegenwärtig anhängigen bzw. künftigen Verfahren sind nicht vorhersagbar, sodass aufgrund von gerichtlichen oder behördlichen Entscheidungen oder der Vereinbarung von Vergleichen Aufwendungen entstehen können, die nicht oder nicht in vollem Umfang durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind und wesentliche Auswirkungen auf unser Geschäft und seine Ergebnisse haben können. Nähere Informationen zu produktbezogenen Auseinandersetzungen, wettbewerbsrechtlichen Verfahren und patentrechtlichen Auseinandersetzungen des Unternehmens finden sich im Geschäftsbericht 2009.

Anleger vermehrt an Nachhaltigkeitsaspekten interessiert

Immer mehr Investoren achten darauf, inwieweit Unternehmen ökologische und gesellschaftliche Aspekte in ihren Strategien und Geschäftsaktivitäten berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für langfristig orientierte Anleger wie Pensionsfonds.
Bayer ist in verschiedenen Nachhaltigkeitsindizes und -fonds vertreten. So sind wir seit dessen Gründung im Jahr 1999 im „DOW Jones Sustainability Index (DJSI) World“ gelistet. Durchgängig sehr gute Noten erteilten die Analysten der Rating-Agentur sam Bayer im Bereich Umwelt, vor allem für die Beiträge zum Klimaschutz und die insgesamt transparente Berichterstattung. Auch die Aktivitäten in den Bereichen Korruptionsbekämpfung und „Corporate Governance“ wurden mit einer gegenüber dem Vorjahr verbesserten Bewertung honoriert.
Im September 2009 wurden wir als weltweit bestes Unternehmen in den vom „Carbon Disclosure Project (CDP)“ initiierten „Carbon Disclosure Leadership Index (CDLI)“ aufgenommen. Ausschlaggebend für die gute Bewertung war die fundierte und transparente Berichterstattung unseres Unternehmens über seine Klimastrategie und Treibhausgas-Emissionen. Mit der erneuten Aufnahme ist Bayer als einziges europäisches Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie das fünfte Mal in Folge im cdli vertreten.
Diese Erfolge und unser gutes Abschneiden in weiteren Ratings bestätigen unser Engagement und unsere Unternehmensstrategie für eine nachhaltige Entwicklung.

Unsere Performance in Nachhaltigkeitsindizes und Fonds

Index/ Fondszuständige RatingagenturSchwerpunkte des RatingsPerformance von Bayer
(Jahre, in denen Bayer
gelistet wurde)
200720082009
DJSI World (DOW Jones Sustainability Index)SAM Sustainable Asset Management (Schweiz)Corporate Governance, Risikomanagement, Innovation, Umweltperformance, Arbeitsbedingungen, Mitarbeiter, HSEQ, Nachhaltigkeitsberichterstattung
DJSI STOXX (für europäische Unternehmen)
FTSE4Good Global Index (Financial Times und London Stock Exchange)EIRIS (Großbritannien) und IMUG (Deutschland)Umweltmanagement, Klimaschutz, Korruptionsbekämpfung, Menschen- und Arbeitsrechte, Nachhaltigkeit in der Zulieferkette, Nachhaltigkeitsberichterstattung
FTSE4Good Europe Index
FTSE4Good Environmental Leaders Europe 40 IndexUmweltmanagementsystem, Umweltperformance, Berichterstattung
Storebrand SRI FundsStorebrand (Norwegen)Umwelt und Soziales, Ausschlusskriterien bzgl. Tabak, Landminen und Menschenrechtsverletzungen
ASPI Eurozone (Advanced Sustainable Performance Indices)Vigeo
(Frankreich)
Nachhaltige Unternehmensführung, Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, HSEQ, Mitarbeiter und Arbeitsrechte, Gesellschaftliches Engagement
NYSE Euronext Low Carbon 100 Europe Index (LC 100 Europe)Trucost (Großbritannien) und Credit Agricole Cheuvreux (Frankreich)CO2-Intensität im Sektor Chemienoch nicht aufgelegt*
Access To Medicine Index **RiskMetrics (USA)Management von „Access to Medicines“, F&E, Umgang mit Patenten, Preispolitik, Medikamentenspenden, freiwilliges gesellschaftliches Engagement, Transparenznoch nicht aufgelegt*******
Carbon Disclosure Leadership Index**Carbon Disclosure Project (Großbritannien)Transparenz zu Risiken und Chancen sowie Strategien und Maßnahmen des Unternehmens bzgl. des Klimawandels und der Klimapolitik
* Der NYSE Euronext Low Carbon 100 Europe Index wurde im Oktober 2008 aufgelegt.
** Der Access to Medicine Index und der Carbon Disclosure Leadership Index sind keine handelbaren Indizes.
*** Der Access to Medicine Index wurde in 2008 aufgelegt.
**** keine Neubewertung in 2009 erfolgt
http://www.nachhaltigkeit2009.bayer.de/de/oekonomie.aspx

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