Integration der Nachhaltigkeit bei Bayer
Unser Bekenntnis zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact und zur Responsible-Care-Initiative der Chemischen Industrie unterstreicht unser Nachhaltigkeitsengagement. Diese international anerkannten NachhaltigkeitsprinzipieN und unser Leitbild „Science For A Better Life“ geben allen Unternehmensbereichen und Mitarbeitern einen klaren Orientierungsrahmen. Auch in unseren internen Konzernregelungen haben wir den Nachhaltigkeitsgedanken verankert, dazu gehören unsere „Bayer Sustainable Development Policy“, unsere Position zu Menschenrechten und Arbeitsbedingungen sowie unsere „Corporate Compliance Policy“.
Auf dieser Basis entwickeln wir konzernweite Richtlinien, wie z.B. zu HSEQ-Audits, zu Spenden oder zur Verfahrens- und Anlagensicherheit, die sicherstellen sollen, dass unsere Nachhaltigkeitsstrategie in allen Unternehmensbereichen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette konsequent umgesetzt wird.
Die Umsetzung der Richtlinien wird in allen Teilkonzernen und Servicegesellschaften maßgeblich von effizienten Managementsystemen gestützt:
HSEQ (Health, Safety, Environment and Quality):
Um ein hohes und einheitliches Niveau in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität (HSEQ) zu gewährleisten, wurden HSEQ-Managementsysteme eingerichtet, die sich an anerkannten internationalen Standards orientieren

.Hinzu kommen jeweils Systeme und Regeln der Teilkonzerne, die produktspezifische Anforderungen aufgreifen.
Durch kontinuierliche Aktualisierung und Erweiterung der HSEQ-Richtlinien sowie interne Audits stellt jeder Unternehmensbereich sicher, dass die Managementsysteme den aktuellen Anforderungen entsprechen. Zusätzlich führt der Bayer-Konzern regelmäßig interne sogenannte Observer-Audits der Teilkonzern-Ausitprozesse durch.
Compliance:
Unser „Corporate Compliance“-Programm entwickeln wir kontinuierlich weiter und kümmern uns um seine Umsetzung mit unterschiedlichen konzerninternen Initiativen. Um das Thema „Compliance“ stärker in der Führungsorganisation zu verankern, haben wir es als Zielerreichungskriterium in die jährliche Leistungsbeurteilung der Konzernführungskräfte aufgenommen. Die Nichteinhaltung kann relevant für die variable Vergütung der jeweiligen Führungskraft sein

.
Nachhaltiges Beschaffungsmanagement
Auch die Leitlinie der konzernweiten Procurement Community unterstützt klar die Grundsätze des UN Global Compact, unsere Werte und Führungsprinzipien sowie die Bayer-Position zum Thema Menschenrechte und Arbeitsbedingungen.
Bayer hat alle grundlegenden Nachhaltigkeitsstandards und Anforderungen an seine Lieferanten in einem Verhaltenskodex (Supplier Code of Conduct, SCoC) gebündelt. Der Kodex ist im Internet publiziert, broschiert in sieben Sprachen erhältlich und wird seit Dezember 2009 schrittweise implementiert. Die Implementierung des Kodex wird organisatorisch durch die Beschaffungs-Organisation gesteuert.
Der Verhaltenskodex umfasst die Bereiche Ethik, Umgang mit Mitarbeitern, Managementsysteme sowie Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität (HSEQ). Darunter fallen beispielsweise das Verbot von Korruption und Kinderarbeit, die Achtung der Menschenrechte, die Gewährleistung von Produktsicherheit und Sicherheit am Arbeitsplatz oder der sorgsame Umgang mit Ressourcen.
Vor der Veröffentlichung des Kodex wurden den strategischen Einkäufern konzernweit in einem web-basierten Training die Inhalte des Kodex sowie die Anleitung zur Lieferantenauswahl und -evaluierung mit Beispielen nähergebracht. An dem aus drei Modulen bestehenden Training haben bisher jeweils mehr als 1.100 Mitarbeitern aus 37 Ländern, fast 100 Prozent der relevanten Einkäufergruppe, teilgenommen.
Die Umsetzung des Kodex erfolgt anhand unserer „Anleitung zur Lieferantenauswahl und -evaluierung“. Darin ist das vierstufige Vorgehen bei der Umsetzung des Verhaltenskodex genau festgelegt: In einem ersten Schritt setzen unsere Einkäufer die Lieferanten vom neuen Kodex in Kenntnis. Danach werden die Risiken des Zulieferlandes mithilfe des „Bayer-Landes-Index für Nachhaltigkeitsrisiken“ erhoben. Im dritten Schritt erfolgt die Leistungsbeurteilung: Anhand eines Fragebogens bewerten unsere Einkäufer die konkreten Nachhaltigkeitsleistungen und -risiken der einzelnen Zulieferer.
Bis Ende 2009 wurden unter globaler Koordination 116 Lieferanten mithilfe dieses neuen Verfahrens bewertet. 2010 planen wir, über 150 weitere Lieferanten zu überprüfen. Darüber hinaus gibt es länder- und teilkonzernspezifische Projekte, in denen zusätzliche Lieferanten bewertet werden.
Im vierten Schritt wird auf Grundlage des Fragebogens ermittelt, ob der Lieferant den Anforderungen von Bayer entspricht oder ob gemeinsam mit ihm Entwicklungsmaßnahmen und -ziele definiert werden müssen. Bayer verpflichtet sich zu einer engen und guten Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten. Wenn allerdings alle Bemühungen, einen bestimmten Lieferanten zu entwickeln, fehlschlagen, und der Aktionsplan nicht innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens erledigt werden kann, wird die Beendigung des Vertragsverhältnisses in Betracht gezogen. Für Lieferanten, die bisher noch nicht mit Bayer zusammengearbeitet haben, steht zudem unser „Quick Check Tool for New Suppliers“, eine Erstüberprüfung neuer Lieferanten, zur Verfügung.
Zur Einführung des Lieferantenkodex haben bereits Informationsveranstaltungen und Workshops für unsere Lieferanten in Deutschland, Spanien, Großbritannien und an Standorten in China und Indien stattgefunden.
Risikomanagement
Die Steuerung von Chancen und Risiken ist integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung

. Hinzu kommen jeweils Systeme und Regeln der Teilkonzerne, die deren spezifische Anforderungen aufgreifen.